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8. Sinfoniekonzert in Greiz

8. Sinfoniekonzert der Vogtland Philharmonie Greiz/Reichenbach Freitagabend in Greiz

Greiz. War es in den letzten Sinfoniekonzerten häufig der Solist, der das Publikum zu Beifallsstürmen hinriss, so begeisterten am Freitagabend im 8. Sinfoniekonzert der Vogtland Philharmonie Greiz/Reichenbach (VPH) vor allem das Orchester und sein Chefdirigent Jirí Malát das Publikum. Selbst die Übersteuerung der Tonanlage zu Beginn des Konzerts konnte dem nichts anhaben.

Das Konzert begann mit der Sinfonischen Dichtung "Danse macabre" op. 40 von Charles Camille Saint-Saens. In diesem Totentanz deutet der Komponist programmatisch einen Text Henri Cazalis aus, der eine mitternächtliche Szene auf einem Friedhof beschreibt. Sie beginnt mit zwölf Schlägen auf der Harfe, zu denen die Solovioline mit leeren Quinten die Ankunft des Todes ankündigt. Virtuose Figurationen gestaltete Stephan Freund im weiteren Verlauf differenziert und elegant, mit einer Begleitung von Xylophon und Streicherpizzikato kamen sie gespenstisch daher. Malát und die VPH stellten das Mystische und Spukhafte dieser Musik mittels Pointierung der jeweils führenden Instrumentengruppe überzeugend heraus.

Sergej Prokofjew erspielte sich 1914 seinem 1. Klavierkonzert op.10 als 20-Jähriger den Anton-Rubinstein-Preis des Petersburger Konservatoriums. Es ist ein mitreißendes, vom jugendlichen Temperament bestimmtes Werk, in dem Prokofjew musikalisch und pianistisch Neues vorstellt. Zwingend ist sein rhythmischer Impuls doch den spürte man in der Interpretation durch den Pianisten Ratimir Martinovic kaum. Es gab Probleme im Zusammenspiel mit dem Orchester und über die Beherrschung der Technik hinaus kaum einmal eine persönliche Interpretation, die diesem kraft- und schwungvollen Werk gerecht wurde. Als Zugabe gab es ein Werk von Johann Sebastian Bach.

Und dann kam der Höhepunkt des Abends, die hinreißende Interpretation von Peter Tschaikowskis 5. Sinfonie in e-Moll. Vom Hauptthema aus, das in tiefer Lage in Klarinettentönen wunderschön vorgetragen wurde, spannte Malát einen Bogen über die vier Sätze dieser Sinfonie. Ohne Partitur dirigierend, wandte er sich der jeweils führenden Instrumentengruppe zu und gab damit der genialen kompositorischen Anlage Tschaikowskis Raum. Erhaben, mit dem von Gerhard Kühn mit Empfindsamkeit geblasenen Hornsolo begann der 2. Satz, dessen slawische Melancholie die Musiker der VPH mit Inbrunst musizierten. Transparent und geschmeidig folgte der Valse, majestätisch und unerbittlich das Finale, das mit dem Hauptthema in Dur beginnt, aber bald wieder auf Moll zurückfindet. Malát und die VPH erhielten für die detaillierte, rhetorisch fesselnde Interpretation zu Recht standing ovations.

Irmengart Müller-Uri / 23.04.12 / OTZ
Z82C4MJ450727

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