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Die Musiker während der Aufführung. Foto: Christian Freund

Ralf Stiller gibt eindrucksvollen Einstand mit Brahms-Requiem.

Greiz. Eindrucksvoller hätte Ralf Stiller, der neue Stadt- und Kreiskantor, nicht auf sein Können aufmerksam machen können, als mit dem Konzert am Donnerstag, in dem er "Ein deutsches Requiem" von Johannes Brahms dirigierte. Der Greizer Kantatenchor, die Vogtland Philharmonie Greiz/Reichenbach (VPH) und die Solisten Marcia Sacha, Sopran (Salzburg) und Roland Hartmann, Bariton (Rudolstadt) brachten das Werk unter seiner Leitung zu einer mitreißenden Aufführung.

Die Vorbereitungszeit war kurz, denn Stiller begann erst Mitte Juli seinen Dienst in Greiz. Umso erstaunlicher war das Niveau, das der durch Gäste verstärkte Kantatenchor zur Aufführung erreicht hat, vor allem die dynamische Bandbreite, die in feinsten Abstufungen vom Pianissimo bis zum Fortissimo jederzeit verfügbar war. Sie wurde ergänzt durch bestens erarbeitete Artikulation. Beides war die Basis für eine überzeugende Wiedergabe der starken emotionalen Aussage des Requiems. Dabei war die Verstärkung der Männerstimmen durch Gäste besonders wertvoll, weil gerade sie in diesem Werk oft eine führende Rolle haben.

Stillers Interpretation stellte die starken Emotionen dieser Musik musikalisch kontrastreich heraus, markierte die jähen Stimmungsunterschiede, bereitete Höhepunkte langfristig vor. Schon die Zartheit des Empfindens der Trauer im 1. "Satz und die Unerbittlichkeit des Todes im Text des Chores beindruckten tief und ließen das Bekenntnis "Aber des Herren Wort bleibet in Ewigkeit" umso stärker erstrahlen. Auch Roland Hartmann brachte mit seinen kraftvollen Bariton-Soli die Problematik der Einsicht der Vergänglichkeit des Menschen und seine Hilflosigkeit überzeugend zum Ausdruck.

Den 4. Satz "Wie lieblich sind Deine Wohnungen" sang der Chor empfindsam und mit Wärme, er wurde zum ruhenden Pol in der Dramatik dieses Werkes. Dem Sopransolo "Ihr habt nun Traurigkeit" verlieh Marcia Sacha stimmliche Schönheit, ließ aber in der Intonation und in der Gestaltung Wünsche offen. Und schließlich bewegte die Zuhörer die Interpretation des 6. Satzes mit der Jahreslosung 2013 "Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir" in vollem Maße. Roland Hartmann führte mit seinem hervorragend gestalteten Bariton-Solo zur Auferstehung hin, zum "Erschallen der letzten Posaune" und dem markerschütternden Glaubensbekenntnis in diesem Werk, das mit dem Chorsatz "Selig sind die Toten" andachtsvoll ausklang.

Nicht nur der Chor, sondern auch das Orchester überzeugte mit der Vielseitigkeit der Ausdrucksformen in seiner Interpretation. Es war eine Wiedergabe, die 298 Besucher zu stehenden Ovationen veranlasste. Und Dr. Katharina Wieduwilt brachte des auf den Punkt: "Es war von Anfang bis Ende eine bedeutende Aufführung".

So können wir uns auf das Weihnachtsoratorium freuen, das am 21. Dezember um 17 Uhr in der Stadtkirche unter Leitung von Ralf Stiller geboten wird.


Irmengart Müller-Uri / 02.11.13 / OTZ

 

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