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Solist Peter Rösel (links) rührte das Publikum zu Tränen, rechts Dirigent Claudio Cohen.

Ausflug in die Welt der südamerikanischen Musik mit Claudio Cohen und der Vogtland Philharmonie Greiz/Reichenbach

Greiz. Schön, dass es wieder einmal ein Landsmann war, der dem 2. Sinfoniekonzert der Vogtland Philharmonie Greiz/Reichenbach den krönenden Abschluss gab. Es war der Pianist Peter Rösel aus Dresden. In Greiz bereits als unbestechlich sicherer Interpret der Klavierfassung von Igor Strawinskis "Petruschka" bekannt, zeigte er sich nach vielen Jahren nun als souveräner und dabei fein­sinniger Interpret von Ludwig van Beethovens Klavierkonzert Nr. 5 in Es-Dur.

Gerade dieses Konzert wird von Pianisten oft heruntergedonnert, um Kraft und technisches Können zu beweisen. Nichts davon bei Peter Rösel. Er spürte die Empfindsamkeit auf, die Beethoven auch in diesem Konzert offenbart. Dabei fehlte es ihm nie an Energie und Resolutheit. Doch sein Spiel war vom Pianissimo bis zum Fortissimo akkurat und tonlich kultiviert, dazu klar und perlend im Anschlag. Alle Virtuosität und Brillanz im Spiel stand im Dienst emotionaler Aussage. Voller Spannung gestaltete Rösel den Übergang vom 2. zum 3. Satz und korrespondierte lebendig mit dem Orchesterpart, den der Brasilianer Claudio Cohen als Gastdirigent leitete. Rösel erhielt stehende Ovationen und bedankte sich mit dem wunderschön gespielten Intermezzo Es-Dur op. 117,1 von Johannes Brahms als Zugabe.

Weniger ansprechend war eingangs die Interpretation der Orchestersuite Nr. 4 in D-Dur von J. S. Bach BWV 1069. Claudio Cohen lag diese Musik hörbar fern, sowohl musikalisch als auch stilistisch. Außerdem konnte die Phil­harmonie seinem großschwingenden Dirigat sichtlich nur schwer folgen. So misslang bei der Interpretation vor allem die gewohnte Homogenität im Zusammenspiel und es kam zu Problemen, die man von der Philharmonie sonst kaum kennt. Dennoch musizierten die einzelnen Instrumentengruppen in gewohnter Qualität. Die Interpretation der "Réjouissance" gelang in transparenter Spielweise noch am besten.

Voll in seinem Element war Cohen dagegen bei der Aufführung der "Bachianas Brasileiras" Nr. 7 von Heitor Villa-Lobos. Ein melodiöses, emotionsreiches Werk, das sowohl melancholisch, als auch vor Temperament sprühend die Zuhörer ansprach. Mit den Worten "Schön, gewaltig ist diese Musik" äußerte eine Besucherin aus Zeulenroda zum Beispiel ihren Eindruck von dieser Musik, die brasilianische Gefühlswelt mit Formen europäischer Barockmusik verbindet. Für die Vogtland Philharmonie war es eine Herausforderung, vor allem wegen der rhythmischen Vielfalt. Hier musizierte sie wieder auf ihrem gewohnten Niveau, auch bei der kunstvoll komponierten Fuge am Schluss.

Cohen und das Orchester erhielten für die Interpretation verdienten großen Beifall. Für die Zuhörer war es ein interessanter Ausflug in die Welt südamerikanischer Musik.


Irmengart Müller-Uri / 22.10.13 / OTZ


 

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