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Mit einer großartigen Leistung überzeugte am Sonntagabend der Greizer Kantatenchor hier ein Teil davon bei der Aufführung der Johannespassion in der Greizer Stadtkirche. Foto: Christian Freund

Greiz. Eine kolossal ausdrucksstarke und dabei kultivierte Interpretation von Johann Sebastian Bachs Johannespassion boten am Sonntag unter Leitung von Generalmusikdirektor Stefan Fraas die Sänger des Greizer Kantatenchores, Solisten und die Vogtland Philharmonie Greiz/Reichenbach vor mehreren hundert Besuchern in der Greizer Stadtkirche St. Marien. Es ist schon erstaunlich, was der Kantatenchor an Artikulation und rhythmischer Sicherheit zu bieten vermag, wenn er entsprechend vorbereitet und geführt wird.

Die damit erreichte Sicherheit machte es den Chorsängern möglich, die aggressiven Chöre der Juden in rasanten Tempi sprachlich verständlich zu bieten und dabei noch im Ausdruck zwischen dem fragenden "Bist Du nicht seiner Jünger einer?", dem spöttischen "Sei gegrüßet, lieber Jüdenkönig!" und dem fordernden "Weg, weg mit dem" zu unterscheiden. Bewundernswert, wie sich der Chor blitzartig von diesen erregten Sätzen zur Andacht der Choräle umstellte und sie hingebungsvoll sang!

Des Weiteren trug ein junges Solistenensemble wesentlich zur Aussagekraft dieser dramatischen Passion aus. Allen voran Nico Eckert, der als Evangelist die umfangreichste Partie zu singen hatte. Mit relativ kleiner Stimme trug er den Bibeltext vor, brachte dabei jedoch die Dramatik der Handlung voll zum Ausdruck und führte mit Engagement zu den verschiedenen Aufgaben der Chöre und Solisten hin. Ergreifend war seine Interpretation des "Und weinete bitterlich".

Die Partie des Jesus war bei dem Bariton Georg Finger in den besten Händen. Mit großer Erhabenheit und Ruhe trug er die Worte des Jesus vor und hatte auch die erforderliche stimmliche Tiefe.

Die Partien der Gegenspieler sang Georg Streuber agil und dramatisch, ebenso die Arien. Sonja Kupperhuber, Alt, sang mit schön timbrierter Stimme eindrucksvoll ihre Arien.

Den Höhepunkt gesanglichen Könnens bot an diesem Abend die Sopranistin Marie Friederike Schröder. Sie faszinierte mit ihrer großen Wandlungsfähigkeit im Vortrag, mit der sie die Inhalte der Texte ihrer Arien musikalisch ausdeutete. Dabei behielt ihr glockenreiner Sopran stets sein wunderschönes Timbre.

Nicht weniger bedeutend für die Aussage der Passion war die Vogtland Philharmonie, die mit ihrem Part Chor und Solisten begleitete und in den Arien mit Soli von Streichern und Bläsern auf den jeweiligen Inhalt einstimmen musste. Das gelang allen beteiligten Instrumentalsolisten sowohl klanglich als auch interpretatorisch in vollem Maße, ebenso dem Continuo.

Entscheidend für die Expressivität und dabei gut ausbalancierte Art der Aufführung war die Vorbereitung und Leitung durch Stefan Fraas. Mit sicherem Kalkül hatte er die Solisten gewählt und hatte den Kantatenchor durch konsequentes Proben zu einem hohen Interpretationsvermögen geführt. Es war eine Aufführung, wie man sie sich nur wünschen kann.


Irmengart Müller-Uri / 26.03.13 / OTZ




 

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