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Generalmusikdirektor Stefan Fraas, Dirigent der Vogtland Philharmonie und Moderator des Konzertes in der Wisentahalle, konnte es offensichtlich nicht fassen: Sängerin Christine Gogolin kam mit Lockenwicklern, Gesichtsmaske, elektrischer Zahnbürste und Sektglas. Foto: Renate Klein

Schleiz. "Ich verspreche Ihnen, der heutige Abend wird noch schwungvoller und heiterer werden, als bisherige Konzerte der Vogtland Philharmonie", sagte Helmut Schmidt, Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Saale-Orla, am Sonntag in der ausverkauften Schleizer Wisentahalle. GMD Stefan Fraas zeigte sich erleichtert über den Temperaturanstieg: "Vor 14 Tagen hätten wir uns nicht getraut mit einem Frühlingskonzert zu ihnen zu kommen". Er habe für den Abend eine echte Diva verpflichtet, die in allen Opernhäusern der Welt noch nicht gewesen sei, versprach er.

Doch die Diva, alias Sängerin Christine Gogolin, ließ auf sich warten. Sie wolle gerade mit einem netten Herrn von der Sparkasse ins Bad steigen, verkündete sie hinter den Kulissen, um dann ganz in Pink mit Morgenmantel und Lockenwicklern zu erscheinen. Tatsächlich schaffte sie es beim Zähneputzen mit beeindruckender Stimmleistung den "Tanz der Stunden" aus "La Cioconda" von Ponicelli zu interpretieren. Damit eroberte sie das Publikum im Sturm, während Stefan Fraas gekonnt den verzweifelten Dirigenten mimte.

Anspruchsvolle Werke von Rossini, Catalani, Saint Sens standen anfangs auf dem Programm. Anschließend ging es in Richtung Operette mit Musik von Franz Lehar und Johann Strauß. Stefan Fraas dirigierte und moderierte. Für den Humor sorgte vorrangig die Sängerin aus Erfurt. Sie überraschte bei jedem Auftritt mit einem neuen Outfit. So trug sie bei der italienischen Arie aus "La Wally" von Catalani einen Vogelkäfig auf dem Kopf. "Das ist das Symbol für den eingekerkerten Dialekt der Frau", verkündete sie. Dabei war das Publikum keineswegs sicher vor ihrem Temperament. Singend bat sie einen Gast ihr über das "Gemüsebeet" den Bühnenschmuck hinweg den Spiegel zu halten, förderte aus ihrem Ausschnitt Handschellen und saß auf dem Schoß eines attraktiven Zuhörers. Teilweise hatte sie Lieder umgetextet. So trug sie bei Lehars "Meine Lippen, sie küssen so heiß" eine Torte auf dem Kopf und gestand ihre Liebe für Süßes.

Stürmischen Beifall erntete auch Stephan Freund für sein Geigensolo in "Havanaise" von Camille Saint-Saens. Nach der Pause ging es mit leichter Muse von Offenbach, Theo Mackeben, Friedrich Hollaender und anderen Komponisten weiter. Pferdegetrappel setzten die Percussionisten gekonnt um in dem Stück "Horse and Buggy" von Leroy Anderson. Die aus Erfurt stammende Gesangssolistin gab dem Abend durch ihre humorvollen Texte und die phantasievollen Kostüme, in denen ihre tadellose Figur trefflich zum Ausdruck kam, eine besondere Note. Sie bewies, dass man auch auf diese Art Qualität bei Oper und Operette bieten kann. "Wir waren mal mutig", so Helmut Schmidt. Dass die etwas andere Art eines Symphoniekonzertes sehr gut ankam, bewies das Publikum am Ende mit Ovationen.

Nach dem Konzert war es noch einmal der Vorstandsvorsitzende der Kreissparkasse, der die über 20-jährige Zusammenarbeit mit der Vogtland Philharmonie lobte, die 1993 im Dachgeschoss des Sparkassengebäudes begonnen hatte. Stefan Fraas dankte der Kreissparkasse Saale-Orla, die das Orchester immer unterstützt habe.

Vom Vorstandsvorsitzenden erfuhr man, dass der Erlös der Eintrittsgelder des Abends wieder der Kinderklinik in Jena gespendet werden soll.

Renate Klein / 15.04.13 / OTZ




 

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