Geschäftsstellen

Reichenbach

am Park der Generationen
Wiesenstr. 62
08468 Reichenbach

Tel. 0 37 65 / 1 34 70
Fax 0 37 65 / 2 11 70
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Greiz

in der Vogtlandhalle
Carolinenstr. 15
07973 Greiz

Tel. 0 36 61 / 45 23 08
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Die Vogtland Philharmonie hat am Dienstag beim Neujahrskonzert im Neuberinhaus unter Leitung von Stefan Fraas ebenso begeistert wie bei ihren Silvesterkonzerten in Greiz. Foto: Franko Martin

Reichenbach/Greiz. Inhaber großer Stimmen bedürfen eines "gesunden" Übergewichts, zumindest einer mehr oder weniger in die Breite gehenden Statur: Die vielbeschworene Regel hatte nicht die Spur einer Chance bei den jüngsten drei Greizer Silvester- und zwei Reichenbacher Neujahrskonzerten der Vogtland Philharmonie, die - allesamt ausverkauft - ein glänzender Auftakt waren für weitere 15 Januartermine der Reihe in Bayern, Sachsen und Thüringen. Sopranistin Jeannette Wernecke und Tenor Raphael Pauß, die in der Vogtlandhalle und im Neuberinhaus gefeiert wurden, waren schlank und rank wie jene Idealtypen von einem anderen Stern, die uns gewöhnlich auf den Seiten der Gesundheitsmagazine entgegenlachen.
Makellos perlend
Scheinbar von einem anderen Stern war auch, was das junge Duo musikalisch verkörperte. Was da zu hören war, zählte sicher zum absolut Besten, was bislang in den Neujahrskonzerten der Philharmonie geboten wurde. Jeannette Wernecke dürfte mit ihrer mühelosen Höhe und ihren makellos perlenden Koloraturen - zu erleben etwa bei Bravourarien Gaetano Donizettis und Luigi Arditis - derzeit zur ersten Reihe der deutschen Soprane gehören. Auch bei Proben aus Giuseppe Verdis "La Traviata" und Giacomo Puccinis "La Bohème" machte sie gute Figur und dem Evergreen "Somewhere over the rainbow" verlieh sie einen ganz eigenen Schmelz und drucklosen, schwebenden Drive.

Raphael Pauß seinerseits kann es sich leisten, bei Prüfsteinen wie "Und es blitzten die Sterne" aus Puccinis "Tosca" mitnichten auf Sicherheit zu gehen. Er singt diese Töne, die binnen Sekunden schon über Sänger-Laufbahnen entschieden haben, atemberaubend voll und wohlklingend aus. Und bei einem Operettenlied wie Robert Stolz' "Ob blond, ob braun" beweist der gebürtige Kölner neben tenoralem Glanz auch Charme und Tempogefühl. Wernecke und Pauß waren gleichfalls im Duett - etwa bei Franz Lehárs "Lippen schweigen" - eine Macht. Die unter Generalmusikdirektor Stefan Fraas spielende Philharmonie stand nun nicht im Schatten der beiden vermutlich den Zenit ihres Könnens erreicht habenden Gäste. Im Gegenteil: Sowohl bei den Begleitungen als auch in Orchesterwerken wie Donizettis Ouvertüre zu "Don Pasquale", Jacques Offenbachs "Barcarole" oder Leroy Andersons "Marsch auf zwei linken Füßen" präsentierte man sich als hoch motivierter Klangkörper mit eigenem Stil.
Die Musiker konnten bestechende Präzision mit Leichtigkeit verbinden. Sie kosteten gefühlvolle Passagen aus, ohne dass der Ton dick oder schwer wurde. Darüber hinaus verliehen sie der Musik einen Schauwert, der angenehm berührt, weil er sichtlich aus der Freude am Musizieren kommt, aus dem Zusammenwirken mit einem Dirigenten, den man inzwischen wohl unbenommen das Attribut "außergewöhnlich" zuerkennen darf.
Treffende Verse
Nicht zu vergessen, dass der Mann am Pult der Philharmonie jüngst auch wieder als Moderator und Rezitator Furore machte, wobei er neben bewährten Versen von Heinz Erhardt oder Eugen Roth auch Brandaktuelles zum Besten gab - etwa leicht geschürzte, treffende Verse zum Sprachgebrauch im Lande, wo vermehrt vertraute deutsche Wendungen durch angloamerikanische Ausdrücke ersetzt werden.
Ein gewohnt farbenfreudiges Erscheinungsbild der Mitwirkenden wie eine festliche Bühnendekoration rundeten die begeistert aufgenommenen Silvester- und Neujahrskonzerte ab. Die weiteren Stationen der Tournee - so Neumarkt/Oberpfalz, Kirchberg und Rodewisch, wo es Doppelvorstellungen gibt - dürfen sich freuen.

Freie Presse, erschienen am 01.01.2013 ( Von Volker Müller )



 

© 2001 - 2017 Vogtland Philharmonie ® Greiz/Reichenbach
Design/Code/SEO by ar-internet.de