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Selten war das Greizer Publikum so diskutierfreudig wie nach der Wiedergabe des "Concerto pour Ondes Martenot et orchestre" von André Jolivet, das im 2. Sinfoniekonzert der Vogtland Philharmonie Greiz/Reichenbach unter Leitung von Jirí Malát erklang. Das aus einer Tastatur und Klangkörpern bestehende mehrteilige Instrument Ondes Martenot (links im Bild) wurde von der Französin Nathalie Forget mit hohem Können gespielt. Foto: Silke Groß

Greiz. Selten war das Greizer Publikum so diskutierfreudig wie nach der Wiedergabe des "Concerto pour Ondes Martenot et orchestre" von André Jolivet, das im 2. Sinfoniekonzert der Vogtland Philharmonie Greiz/Reichenbach unter Leitung von Jirí Malát erklang. Nach einzelnen Buh-Rufen wurde es von "gewöhnungsbedürftig" über "farbenreich und interessant" bis zu "herrlich geistreich" beurteilt. Dabei ist es keine moderne Musik: Es entstand 1947 in klassischer dreisätziger Form, die Solostimme ist in den sinfonischen Orchestersatz integriert. Aber: Es ist tonal nicht gebunden, das ist für viele Hörer ungewohnt.

Die Ondes Martenot (deutsch: Martenot-Wellen) gehören zu den ersten elektronischen Instrumenten. Sie werden mit der rechten Hand auf einer Tastatur gespielt, mit der linken kann die Tonqualität durch Bedienung einer Saite modifiziert werden. Mittels Klangkörpern ist das Instrument dynamisch und tonlich äußerst variabel.

Die Französin Nathalie Forget bestimmte als Solistin mit hohem Können und einfallsreichen Interpretationsformen die Aufführung. Dazu musizierte die Philharmonie unter Malát den metrisch und rhythmisch komplizierten Orchesterpart so, dass die Solistin dynamisch den Vorrang hatte und dennoch Partner instrumentaler Dialoge sein konnte. Im Largo cantabile spürte man Empfindsamkeit. Zu welcher klanglichen Vielfalt das Instrument aber geführt werden kann, trat am deutlichsten bei der virtuosen Zugabe zutage.

Maurice Ravels Orchestersuite "Le tombeau de Couperin" eröffnete das Konzert. Ravel bringt darin seine Trauer über den Tod von Freunden zum Ausdruck. Mit dem Instrumentarium und den Klangfarben der impressionistischen Musik bedient er sich Tanzformen Francois Couperins (1668-1733) und verleiht ihnen unterschiedliche Charakteristika, die von der Philharmonie profiliert und feinsinnig geboten wurden.

Alexander Borodins 1. Sinfonie in Es-Dur beschloss das Konzert vom Freitagabend. Borodin, im Hauptberuf Arzt, komponierte das Werk in vier musikalisch kontrastierenden Sätzen, deren Melodik durch Quartenthemen geprägt wird. Rhythmisch pointiert gestaltete Malát mit der Philharmonie den ersten Satz. Beide bewiesen danach im rasanten, virtuosen Scherzo ihr hohes Interpretationsformat. Das Andante gewann mit den von Peter Manz empfindsam gespielten Cellosoli an Schönheit.

Dem Finale im gut gefüllten Saal der Greizer Vogtlandhalle verliehen Malát und die Vogtland Philharmonie mitreißende Vitalität.


Iremengart Müller-Uri / 22.10.12 / OTZ

 

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